Tiefenrausch in Schottland

 

 

Text von Jannik, gepostet von Jochen am 09.07.2019

Photos von Jannik, Jörg, Birk und Patrick

Patrick

Am langen Pfingstwochenende war ich gemeinsam mit Jörg und zwei weiteren Freunden aus dem Bingo Bongo Racing-Team in Schottland, um dort das Tweedlove Trancsend Festival zu besuchen und das Transcend Epic Enduro Rennen zu fahren.
Mit „Epic“ Enduro ist der größere Fokus auf die Abfahrt gemeint. So kamen wir auf knapp 5.000 Tiefenmetern an zwei Renntagen. Um die jeweiligen Startpunkte zu erreichen, mussten wir allerdings insgesamt nur knapp 1.500 Höhenmeter pedalieren und konnten uns für den Rest über Shuttleunterstützung freuen. Obwohl wir zunächst dachten, dass es sich bei den 5.000 Metern um die tägliche Dosis „Tiefenrausch“ handelt, machte sich zunächst ein wenig Enttäuschung breit. Am Ende waren wir aber froh, dass es sich um ein Missverständnis handelte. Die sehr anspruchsvollen Trails sorgten auch so für müde Arme und einen sehr guten Schlaf nach dem Rennen.

02-Erkundungstour
Jörg fährt seit Ewigkeiten mindestens einmal pro Jahr nach Schottland und ich habe ihn nun auch bereits viermal in Folge begleitet. Dabei zieht es uns immer wieder auf die Trails rund um die beiden Orte Innerleithen und Peebles. In den beiden kleinen Städtchen wird ein Mountainbike-Spirit gelebt, wie wir es an kaum einem anderen Ort erlebt haben. Außerdem gibt es dort auch eine Masse an Trails, für die ein einziger Urlaub niemals ausreichen wird. Gestartet haben wir unsere Reise von Dortmund nach Rotterdam. 
Von dort brachte uns die Fähre über Nacht nach Hull.

01-Anreise 

Ab hier waren es dann noch weitere vier Stunden mit dem Auto, bis wir Innerleithen in der Nähe von Edinburgh erreicht haben.

08-Erkundung

Das Rennformat des Transcend Epic Enduro war „blind“. Das bedeutet, dass alle Stages ohne Training direkt auf Zeit gefahren werden. Am Freitag erkundeten wir also erstmal viele andere Trails um uns an die Umgebung und die typische „Steilheit“ der schottischen Trails zu gewöhnen.

 

06-ErkundungsmaTSCH

Die Bedingungen waren erstaunlich trocken und für schottische Verhältnisse fast staubig. Dies sollte jedoch nicht lange anhalten.

05-Drone

Pünktlich zum Sonnenuntergang am Freitagabend öffnete der Himmel seine Pforten und es regnete bis zum Rennstart am Samstagmorgen durch.

12-Erkundung

So waren die Bedingungen also angenehm schottisch und wir durften am ersten Renntag sieben Stages in feinstem Schlamm absolvieren.

Vor der ersten Stage

Nach rund 40 Minuten effektiver Rennzeit am ersten Tag fand Jörg sich auf dem sechsten Platz der Kategorie 40+ wieder und ich hatte Platz zehn der Klasse Male (16-39) erreicht. Der zweite Renntag begann dann mit freundlicherem Wetter, so dass sogar immer mal wieder ein paar Sonnenstrahlen durchkamen.

16-Matschrennen

Die noch nassen Trails waren dadurch aber nicht unbedingt einfacher zu befahren, da der trockenere Schlamm nun zäher und klebriger wurde und so Mann und Maschine deutlich beschwerte.

Matschzwischenstopp

Jörg fand darin jedoch scheinbar die perfekten Bedingungen für eine Aufholjagd und so konnte er sich nach einigen Wahnsinns Stage-Zeiten auf dem dritten Platz in der Tageswertung vorkämpfen, was ihn auch im Gesamtergebnis auf den dritten Platz und somit auf das Podium brachte.

Siegerehrung

Für mich lief der Tag ein wenig unglücklicher und so beendete ich die Tageswertung nach einigen kleinen Patzern nur noch auf Platz 19, was mir im Gesamtranking einen 13. Platz einbrachte.
Insgesamt ein gutes Ergebnis und noch viel wichtiger ein riesiger Spaß mit tollen Leuten und einer perfekten Organisation.

18_Ergebnis

Bewundernswert, wie sich weder Fahrer noch die schottischen Zuschauer vom Wetter den Spaß nehmen ließen und mit oder auch ohne Gummistiefel auf der matschigen Festivalwiese gemeinsam eine gute Zeit verbrachten. Wer also mal anspruchsvolle Trails in seinem nächsten Urlaub genießen will, ist im Tweed Valley genau richtig und wird sich herzlich willkommen fühlen. Aber auch ein Abstecher als Roadtrip durch die Highlands und die Isle of Sky kann ich sehr empfehlen. Ersatzbremsbeläge einpacken!

Bremsbelaege

Und mit ganz viel Glück scheint dann auf der Rückreise wieder die Sonne.

Heimreise